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Glockenbeiern

Beim Beiern handelt es sich um das rhythmische Anschlagen der freihängenden aber festgestellten Kirchenglocken

Dr. Bremer

Beim Beiern handelt es sich um das rhythmische Anschlagen der freihängenden aber festgestellten Kirchenglocken. Diese alte kirchliche Tradition stammt ursprünglich aus dem belgisch-niederländischem Kulturraum und wird im Rheinland seit etwa dem 14. Jahrhundert gepflegt. Durch die Kriege und Umwälzungen im 20. Jahrhundert war das Beiern in vielen Gemeinden des Rheinlandes in Vergessenheit geraten, heute wird wieder in ca. 250 Gemeinden gebeiert.

Dr. Jakob Bremer schreibt in seinem Buch "Das kurkölnische Amt Liedberg", dass das Beiern "....um 1600 für unsere ganze Gegend bezeugt ist." Er stützt sich dabei -namentlich für Büttgen- auf Quellen aus dem Diözesanarchiv in Köln nach dem alten Register (Elenchus). Somit ist seit mindestens dieser Zeit, mit Ausnahme der kriegsbedingten Unterbrechungen, in Büttgen gebeiert worden.Bedingt durch den Zweiten Weltkrieg, in dem drei der ursprünglich seit 1927 vorhandenen fünf Glocken eingeschmolzen wurden, schlief auch die alte Tradition des Beierns ein.

Im Jahr 1982 habe die Mitglieder des Grenadier-Schützenzuges "Freiwild" diese –mit zunächst vier Glocken- wieder aufleben lassen. Nachdem aufgrund einer Initiative der St. Sebastianus Schützenbruderschaft mit der Beschaffung einer weiteren Glocke das Fünfer-Geläut wiederhergestellt war, konnte das Repertoire um einige Beierlieder erweitert werden. Seit einigen Jahren liegt der Brauch in den Händen jüngerer Schützen.

Herkunft des Wortes "Beiern"

Dem deutschen Wort "Beiern" entspricht das niederländische "Beieren". So ist sprachgeschichtlich im 13. Jahrhundet das mittelniederländische Wort "Beiaert = Glockengeläut" (Verb: beiaerden) belegt. Aus dem altfranzösischen ist das Verb "baier = bellen" bekannt. Da einsetzendes Hundegebell vielfach als "Anschlagen" bezeichnet wird, liegt hier die Vermutung nahe, dass man auch für das Anschlagen der Glocken dieses Wort benutzte bzw. weiterentwickelte. Wahrscheinlich hat das altfranzösische "baier" die Entstehung des mittelniederländischen "beiaerden" maßgeblich beeinflusst.

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