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Leserbrief über Johann von Werth

Anm. der Red.: Dieser Leserbrief (Original s.u.) erreichte uns im Mai 2003 und ist hier ungekürzt wiedergegeben. 
Warum Dr. Schramm nicht in der Lage war, zwischen dem hier zitierten Zeitungsartikel der NGZ vom 28.01.03 (s.u.) und dem Offizierscorp "Jan-van-Werth" aus Köln zu unterscheiden, bleibt uns wohl für immer verborgen. Es wirft zumindest einen Licht auf die "Sorgfalt" seiner Recherche.


 

Oettingen im Ries meteorite crater diam. 25 km, age 15 mio years, meteorite ca. 1km diam., ~ 1 Mio atom bombs 

Dr. Hans J. Schramm, Prof. (Jos, Nigeria)
D-86732 Oettingen 
Klosterplatz 1
tel/fax +49 9082 90847/48
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Oettingen, den 19. 5. 2003

An den Vorstand des Reiter-Korps Jan von Werth e.V.
Geschäftsstelle: Klaus Klemmer
Karolingerring 26
50678 Köln 


Erlauchte Offiziere,

Johann von Werth

im Internet lese ich von Ihrem Verein. Zu Ihrer Geschichtsdarstellung einige Ergänzungen (Lit. z.B. H. Keßler: "Die Befestigung der Stadt Oettingen", Lukas Schultes: "Relatio"): 

Meine Heimatstadt wurde am 5.6.34 von 1 Reg. Deutschen Reitern, Dragonern, + 400 Carabiniers und 8 Reg. Kroaten und Ungarn eingenommen und geplündert, nachdem sich nur die Protestanten verteidigt hatten (Katholiken, etwa gleich viele, lehnten die Verteidigung ab) und deren Hauptmann schwer verwundet worden war. Der übergabe voraus gingen Verhandlungen, in denen J.v.W. den Akkord eigenhändig unterzeichnete, in dem stand: "mit verbindlichen Zusagen für die Sicherung ... von aller Ausplünderung und anderen Insolentien". In Wirklichkeit gab es dann alle denkbaren Greuel ("Notzwang, Eingießung des schwedischen Trunks, Foltern, Raiteln (Pechringe), Schlage, Stoßen, körperlicher Verletzung") nachdem "Zug um Zug" alle Regimenter zur Plünderung zugelassen wurden, wobei auch ein 10-jähriges Mädchen - nennen wir sie das "Oettinger Tanzmariechen" - in etliche Stücke zerhauen worden sei", die Eltern hatten vermutlich kein Lösegeld mehr. Auch Kinder im Mutterleib seien nicht sicher gewesen. Es gab dann noch eine zweite Heimsuchung am 4.8., wobei "der Bürgermeister Hans Heinrichen, der Kanzler Levinus und 7 weitere Bürger jämmerlich umgebracht, erschlagen, mit Wassergießen ersäuft worden". Hunger und Pest besorgten den Rest. Insgesamt verloren in diesem J. 1634 allein nach dem ev. Pfarrbuch 939 Bewohner (1/3). Dörfer litten eher noch schwerer, in mehreren Dörfern kamen alle Menschen um, in einem überlebte nur ein Junge in einer Höhle (Hanseles Hohl). Abschließend berichtet Schulte:"den ferneren Verlauf gibt die Zeit". 

Dem muß man zufügen, daß solche Greuel wohl über Generationen wirken, wenn sie verharmlost oder gar als Schöne-alte-Zeit-Folklore, Gaudi oder Karneval verklärt werden. Vielleicht hätte es ein paar Greueltaten in den KZ und GESTAPO-Kellern weniger gegeben, wenn Ihre Gründungsmitglieder statt J.v.W. einen Albert Schweitzer oder David Livingstone als Patron und Vorbild genommen hätten. In Afrika habe ich genug Beispiele erlebt, wie wichtig gute Beispiel und wie schädlich schlechte sind. Die Schreckenstaten der Al-Kaida-Terroristen gab es z.B. schon einige Zeit. So ist ein Kollege von Islamisten entmannt und geblendet tot im Straßengraben gefunden worden; ich selber entkam einmal nur durch Glück. Damals hieß es Raiteln, heute "burning necklace". Wir sind nicht mehr das, was in der Physik ein "isoliertes System" heißt. Auch der Versuch, Europa als Ersatzsystem dieser Art zu errichten, wird scheitern. Wenn Sie in glauben, in einer Zeit zu leben, in der furchtbaren Taten ignoriert werden dürfen - und Sie sogar den Kriegsverbrecher J.v.W. und seine Marodeure als Staffage für Jux und Tollerei nehmen dürfen, dann könnte das ein schlimmes Erwachen geben, z.B. wenn einmal der Kölner Dom einem Terroranschlag zum Opfer fällt. Nicht möglich? Warten wir es ab. "Den ferneren Verlauf gibt die Zeit". 

J.v.W war auch ein Feigling, er haßte das Schlachtfeld und betrat das ausgeplünderte Oettingen erst als alle Waffen eingesammelt waren. Die Schlacht von Alerheim ging gegen die Franzosen verloren, weil er und seine Soldateska gerade wieder beim Plündern waren. Oder hatte sich Ihr Held schmieren lassen? 

Den OB bitte ich alle Zuwendungen für eine Gesellschaft zu streichen, die einen üblen Kriegsverbrecher, Fahnenflüchtigen und notorischen Plünderer verherrlicht. 

Wie grüßt man Sie denn? Damals wurden Sie so angesprochen:
"Bitte nicht totschlagen, bitte nicht vergewaltigen, bitte keinenSchwedentrunk, ich gebe Ihnen ja alles". 

hans j. schramm

 

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