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St. Sebastianus Schützenbruderschaft         
Büttgen e.V.         

gegr. 1415         

Ehrenplakette für das Team beim Glockenbeiern

| Stefan Reinelt | News

Das Glockenbeiern in der Kirche St. Aldegundis ist bis ins 16. Jahrhundert belegt. Das heißt, auch Büttgens berühmtester Sohn, Jan van Werth, müsste die Melodien zu seiner Zeit gehört haben. Der St.- Sebastianus-Schützenbruderschaft Büttgen gedenkt dem am 12. September 1652 verstorbenen Reitergeneral jedes Jahr um seinen Todestag in besonderem Rahmen mit einer Heiligen Messe, einer Kranzniederlegung an seinem Denkmal und einer traditionellen Gabe von Wecken. Hierzu konnte die Bruderschaft auch wieder Nachkommen des Werth’schen Geschlechts sowie das Kölner Reiterkorps „Jan von Werth“ als Ehrengäste begrüßen.

Die Repräsentanten des Korps, „Jan un Griet“ – alias Christian und Verena Bergsch – absolvierten in Büttgen einen ihrer letzten von 120 Auftritten in ihrer Session. Sie durften das Reiterkorps in einem besonderen Jahr repräsentieren, denn es feiert 2025 sein 100-jähriges Jubiläum. Wahre Geschichte und Legende miteinander zu verbinden, sei ihre Tradition, sagten die beiden. Über ihren Namenspatron können sie in der Heimatkundlichen Schrift über Jan van Werth des Arbeitskreises Heimatkunde in der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Büttgen viele interessante Informationen erfahren. Das Heft bekamen sie genauso wie die Fahne mit dem Wappen der Altgemeinde von Brudermeister Frederik Krüll und Ehrenbrudermeister Ludger Heintz als Erinnerung an ihren Besuch geschenkt.

Zum Jan-van-Werth-Gedenken gehört aber auch stets die Verleihung der Jan-van-Werth-Ehrenplakette für herausragendes Engagement für die Heimatgemeinde. Und die zweithöchste Auszeichnung der Bruderschaft würdigte in diesem Jahr die Bewahrer eine Tradition, die eben mindestens so weit zurückreicht die wie die Kindheit Jan van Werths in Büttgen, nämlich das Glockenbeiern. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Brauch vom Grenadierzug „Freiwild“ wiederbelebt, heute führt ihn eine Gruppe aus Mitgliedern verschiedener Schützenzüge fort, die sich hauptsächlich Mitte der 1990er-Jahre dafür gefunden hatte. Aber auch hier vermitteln die Älteren die Kunst des Glockenbeierns bereits an Jüngere, sodass die Tradition auch noch lange bestehen kann.

Das Beiern ist das rhythmische Anschlagen der freihängenden, aber in leichter Schräglage festgestellten Kirchenglocken. Diese Tradition wird zu drei festen Terminen im Jahr gepflegt: zum Pfarrpatrozinium, am Tag vor dem Weißen Sonntag und zur Fronleichnamsprozession.